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Freitag, 21. Januar 2011

Wie sollte sich der kleine Mann verhalten?

Mir fiel auf, dass zwar gegen Einseitigkeit argumentiert wird, meistens sogar zu recht. Doch es gibt Fälle, da ist die Einseitigkeit gerechtfertigt.


Einseitigkeit

Jemand sprach mich an und meinte,
dass mein Beitrag doch ziemlich einseitig wäre,
womit er an der Realität vorbeiginge. 

Es ist richtig:
Mein Beitrag ist einseitig,
denn ich will ja auch eine einzelne Gruppe aufrütteln,
nämlich die Gruppe der kleinen Leute.

Die kleinen Leute halten sich in der Mehrzahl für machtlos und meinen deshalb,
sie müssten alles, was von oben kommt, ergeben hinnehmen.
 Das ist falsch!
Der kleine Mann könnte durchaus so manches erreichen,
wenn er sich nur darauf einließe,
sich einzumischen.

Sofern der kleine Mann nur will,
lernt er sehr schnell die größte Schwäche seiner Gegner kennen,
denn sie ist leider auch eine seiner Schwächen,
und zwar die Gier.

Allerdings gibt es einen großen Unterschied,
und er bedeutet einen Vorteil für den kleinen Mann:

Indem er seine eigene Gier seinem Willen unterwirft,
erstarkt sein Charakter und räumt dem kleinen Mann schließlich die Möglichkeit ein,
sich gegen Bessergestellte durchzusetzen.
Wenn er sich nur intensiv genug für eine Zukunft mit mehr Gerechtigkeit einsetzt,
kann er sogar all die Bessergestellten überwinden.

Wolf-Gero Bajohr
21. Januar 2011

Näheres in meinem neuen Buch »Kapitalismus oder Leistungsgesellschaft«


Mittwoch, 19. Januar 2011

Der kleine Mann verhindert eine gerechtere Gesellschaft



Mir fiel auf, dass zwar viel über gerechtere Gesellschaften gesprochen wird. Warum haben wir sie nicht längst? Wer verhindert die gerechtere Gesellschaft?


Der kleine Mann
verhindert
eine
gerechtere Gesellschaft


Der kleine Mann ist im Grunde der Einzige, 
der von einer gerechteren Gesellschaft 
uneingeschränkt Vorteile hätte.
Sollten wir unter diesen Umständen nicht erwarten,
dass er den Weg in eine gerechtere Gesellschaft vehement anstrebt?

Weit gefehlt!
Tatsächlich sind es gerade die vielen kleinen Leute,
die eine gerechtere Gesellschaft verhindern.
Und sie werden es weiterhin tun.

Warum?

Wie fast immer, so gibt es wohl auch hier verschiedene Gründe.

Ein entscheidender Grund ist die Art der Freizeitbeschäftigung.
Davon gibt es zwei Arten:
Die eine Art regt zum Denken an,
die andere verhindert das Denken.

Damit stehen wir vor der Frage:
Ein Buch lesen oder ein Fußballspiel verfolgen?

Ein gutes Buch zu lesen fördert das Denken,
zum Fußballspiel zu gehen verhindert das Denken.

Wer jetzt darauf hinweist,
dass der kleine Mann nicht der Einzige ist,
der den Grad der Gerechtigkeit beeinflusst,
der hat völlig recht.
Natürlich sind auch die Bessergestellten bis hin zu den Superreichen
daran beteiligt.
Aber dürfen wir von ihnen erwarten,
dass sie gegen ihre eigenen Interessen handeln?

Die Wende zu einer gerechteren Gesellschaft
verhilft schließlich nur denen zu einer Besserung ihrer Lage,
die heute benachteiligt werden.
Und das sind die kleinen Leute.

Warum kümmern sie sich so wenig um ihr eigenes Wohlergehen?

Die Antwort ist einfach!

Von der inneren Einstellung her ist der kleine Mann ein Reicher.
Dummerweise fehlt ihm der Reichtum,
um für alle erkennbar ein wirklicher Reicher zu sein.

Wolf-Gero Bajohr
19. Januar 2011

Ausführlicher in meinem neuen Buch Kapitalismus oder Leistungsgesellschaft