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Donnerstag, 3. Februar 2011

Brot und Spiele oder mehr Gerechtigkeit


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Das Prinzip »Brot und Spiele« ist bereits sehr alt, immerhin haben schon die Römer während der Kaiserzeit danach regiert. Das Römische Reich ist längst Vergangenheit, dennoch gibt es das Prinzip noch immer.
Heute kämpfen zwar keine Gladiatoren mehr gegen Löwen oder andere Gladiatoren, aber für Unterhaltung wird auch in unserer heutigen Spaßgesellschaft in mehr als ausreichendem Maße gesorgt: Fußball, Tennis, Autorennen, niveaulose TV-Unterhaltung. Hauptsache, die Menschen kommen nicht zum Nachdenken. 

Kämen die Menschen durch ein Versehen doch einmal zum Nachdenken, würden sie vielleicht erkennen, dass sie auch als die sogenannten kleinen Leute Möglichkeiten haben, die Gesellschaft und damit ihr eigenes Schicksal zu beeinflussen.
Wolf-Gero Bajohr

Weitere Einzelheiten in meinem neusten Buch: Kapitalismus oder Leistungsgesellschaft 


Montag, 31. Januar 2011

Die da oben werden es schon richten








Mir fiel auf, dass viele daran glauben, dass die da oben es schon richten werden

Als ich den Satz die da oben werden es schon richten das erste Mal hörte, hielt ich ihn noch für einen Scherz. Doch der Student, der ihn benutzt hatte, erklärte: »Warum soll ich meine kostbare Zeit für etwas verwenden, was andere machen sollen, die darüber hinaus mehr als gut dafür bezahlt werden.« Recht hatte dieser Student in einem Punkt tatsächlich: Die da oben richten es wirklich. Allerdings – zumindest können wir es unterstellen – berücksichtigen sie bei ihrem Tun nicht das, was dem kleinen Mann zum Vorteil gereicht, sondern das, was ihnen selbst oder ihren Förderern nützt … und das ist sehr oft das Gegenteil von dem, was für den kleinen Mann gut wäre.

Selbstverständlich wollen wir nicht das Gesetz der Straße, aber es gibt Bereiche, wo der kleine Mann durchaus Einfluss auf die Politiker nehmen kann und auch sollte. Hierzu gehört auf jeden Fall das Wahlrecht. Politiker sollten nicht selbst bestimmen, wie sie in die Parlamente gewählt werden, insbesondere ob Regeln gelten, die bestimmte Wählerstimmen für ungültig erklären.

Die Fünfprozentklausel bestimmt, dass Parteien nur dann ins Parlament einziehen dürfen, wenn sie mindestens fünf Prozent der Wählerstimmen erhalten haben. Schafft eine Partei den Sprung ins Parlament nicht, werden praktisch die für die Partei abgegebenen Stimmen für ungültig erklärt.

Politiker legten fest, dass nur Erwachsene wählen dürfen. Das führte dazu, dass ein Ehepaar ohne Kinder mehr Einfluss auf die Politik hat als eine alleinerziehende Mutter mit drei oder mehr Kindern. Und wir wundern uns, dass Deutschland in den Ruf gerät, kinderfeindlich zu sein. Warum hat nicht jeder Deutsche das Recht, zu wählen? Ist der Wähler noch zu klein, um selbst zu wählen, könnten Elternteile das Wahlrecht wahrnehmen, vielleicht Mütter für die Töchter und Väter für die Söhne.

Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Besoldung der Politiker, ihre Ruhestandsbezüge und andere Leistungen. Politiker dürfen nicht alles selbst festlegen. Das führt zum Teil sogar zu Doppelzahlungen: Ein Minister erhält über sein Ministergehalt hinaus auch das Geld, das die Abgeordneten erhalten. Der übliche Angestellte darf in einem Unternehmen keine Nebentätigkeit ausüben, die ihm ein ähnlich hohes Einkommen beschert, wie seine Angestelltentätigkeit. Sein Unternehmen will seine volle Kraft. Abgeordneter oder Minister zu sein sind jeweils Tätigkeiten, die die volle Kraft des Stelleninhabers verlangen, da gibt es keinen Platz für die Nebentätigkeit als Minister oder als Abgeordneter.

Wenn der kleine Mann wollte, könnte er etliches bewirken, angefangen bei den Wahlbestimmungen bis hin zu den für Politiker gezahlten Einkommen und Ruhestandsgeldern. Eine sehr niedrige Wahlbeteiligung wirkt sich überhaupt nicht auf die Anzahl der Abgeordnetensitze aus. Die ausgewiesenen Stimmenanteile der Parteien sollten sich nicht auf die abgegebenen Stimmen beziehen, sondern auf die Anzahl aller potenziellen Wähler.

Die Möglichkeiten sind gegeben, doch der kleine Mann meint, die da oben werden es schon richten, und geht lieber zum Fußballstadion.

Wolf-Gero Bajohr

Ein paar Kommentare würde ich begrüßen!
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Einzelheiten in meinem neuen Buch Kapitalismus oder Leistungsgesellschaft

Sonntag, 23. Januar 2011

Mehr Gerechtigkeit oder Fußball?




Mir fiel auf, dass wir uns durch Brot und Spiele noch genauso manipulieren lassen wie die Menschen im klassischen Rom.



Mehr Gerechtigkeit oder Fußball?

Ist das eine schwere Entscheidung?

Nein!
Es ist sogar eine sehr leichte Entscheidung!

Selbstverständlich fällt die Wahl auf
Fußball.

Die Begründung?

Während ich mir ein Fußballspiel ansehe,
bin ich vor der Versuchung sicher,
über Probleme nachzudenken:
zum Beispiel über einen Weg zu mehr Gerechtigkeit.

Wolf-Gero Bajohr
23. Januar 2011


Mehr Einzelheiten in meinem neuen Buch Kapitalismus oder Leistungsgesellschaft